Wetterstatistik

Rückblick auf das Wetter im August 2019 in München

Der August 2019 war in München bei überdurchschnittlicher Sonnenscheindauer etwas zu trocken und dabei zu warm. Über weite Strecken des Monats herrschte wechselhaftes, aber nicht unfreundliches, sowie ausgesprochen windschwaches Wetter vor.

Kurzcharakteristik der Wetterlage:

In der ersten Monatsdekade lagen die Tiefdruckschwerpunkte im Wesentlichen über Island, den Britischen Inseln, Skandinavien und teils auch über dem Osten Europas, während das Azorenhoch immer wieder schwache Keile (Zwischenhochs) in Richtung Mitteleuropa steuern konnte. Hierbei war die Großwetterlage über dem Süden Deutschlands ausgesprochen gradientschwach. Zeitweise sorgte ein Höhentief im Alpenraum zudem für eine Labilisierung der vorhandenen, meist warmen Luftmassen. Am 12. und 13. konnte zwischen Azorenhoch und Skandinavientief Kaltluft polaren Ursprungs südwärts geführt werden, dabei löste höhenkalte Luft (-24 Grad C in 5,5 km Höhe über der +20 Grad C warmen Nordsee) insbesondere am 13. über Norddeutschland zahlreiche kräftige Schauer und Gewitter aus. Anschließend gelang den Atlantiktiefs vorübergehend eine Zonalisierung, wobei der gesamte Mittelmeerraum (dort sonnig und heiß) unter Hochdruckeinfluß stand, Süddeutschland zwischendurch von Tiefvorderseiten, bzw. Zwischenhochs profitieren konnte und über den Norden Europas (und auch den Norden Deutschlands) zahlreiche Tiefs hinwegzogen. Für die Jahreszeit waren einige atlantische Tiefs außergewöhnlich gut ausgeprägt, so erreichten diese am 8. und 16. über dem Ostatlantik (8.), bzw. zwischen Island und den Britischen Inseln (16.) jeweils einen Kerndruck von 980 HPa, während am 26. ein umfangreiches Sturmtief über Island es auf 978 HPa in seinem Zentrum brachte. Über Deutschland übernahm ab dem 22. ein Azorenhochkeil zunehmend Einfluß auf das Wettergeschehen. Dabei war die Luft über dem Süden Bayerns bodennah zunächst noch feucht (bedingt durch die Nähe eines Höhentiefs über Italien). Ab dem 24. bis zum Monatsende waren dann sehr warme, teils heiße, teils schwüle und labile Luftmassen bei geringen Luftdruckgegensätzen für unser Wetter maßgeblich.

Temperaturverhältnisse:

Mit einer Mitteltemperatur von +20,8 Grad C war der Monat in München um zwei Grad zu warm (Dekadenwerte +21,7 / +19,2 / +21,4 Grad C).

Das absolute Temperaturmaximum wurde mit +33 Grad C am 9. und 18. erreicht, diese beiden waren auch die wärmsten Tage des Monats mit einem Tagesmittel von jeweils +26 Grad C. Insgesamt hatte dieser Monat 28 Warme Tage (unter +20 Grad C blieb die Tageshöchsttemperatur nur am 12., 20. und 21.), stattliche 20 Sommertage (unter +25 Grad C blieb die Tageshöchsttemperatur nur am 3., zwischen 12. und 16., sowie vom 19. bis zum 23.), sowie vier Heiße Tage (am 8., 18., 28. und 31.). Das höchste Tagestemperaturminimum war am 10. mit +19 Grad C zu verzeichnen, diesem Tag ging auch die wärmste (und einzige tropische) Nacht des Monats mit einer Tiefsttemperatur von +21 Grad C voraus, bevor ab Mittag diverse Schauer eine gewisse Abkühlung brachten. Einen neuen Rekord bezüglich des höchsten Tagestemperaturminimums brachte hingegen erst der 29. mit +18,1 Grad C (bisher: +17,4 Grad C vom 29.08.2016) zustande.

Kälteste Tage des Monats waren der 12., 15. und 20. mit einer Tagesmitteltemperatur von jeweils +16 Grad C. Die niedrigste Tageshöchsttemperatur mit +19 Grad C (jeweils am 12., 20. und 21.) fiel ebenfalls dreimal an, während am 15. mit +11 Grad C das absolute Monatsminimum der Temperatur festgestellt wurde.

Sonnenschein:

Die Sonne schien anstelle der normalen 210 heuer in München 234 Stunden. Dabei gab es an 11 Tagen (4., 9., 11., 14., 16., 18., 24., 27., 28., 30. und 31.) mindestens zehn Sonnenstunden, wobei mit 14 Sonnenstunden am 9. das diesbezügliche Maximum erreicht wurde. Bemerkenswert: Mehr, als zehn Stunden Sonne gab es sieben Mal nur an Einzeltagen und in zwei Fällen an zwei Tagen hintereinander - auch ein Kennzeichen des nicht unfreundlichen, aber wechselhaften Wettergeschehens in diesem Monat. Nur wenige Minuten Sonne erreichten uns am 20., kein einziger Tag des Monats blieb gänzlich sonnenlos.

Bewölkung:

Der durchschnittliche Bewölkungsgrad lag im Monatsmittel mit 4,4 Achtel der Himmelsfläche sehr nahe an seinem Normwert (4,5 Achtel), Dekadenwerte: 4,3 - 4,9 - 4,1 Achtel. Der Tagesgang der Bewölkung unterlag an zahlreichen Tagen großen Schwankungen, sodaß es einerseits nur zwei heitere Tage (am 30. und 31.), andererseits auch nur vier trübe Tage (12., 13., 20. und 21.), sowie keinen einzigen völlig wolkenlosen oder bedeckten Tag gab. Niederschläge:

Anstelle von normalen 16 Niederschlagstagen fielen diesmal in München an 17 Tagen (am 3., 5., 7., 8., vom 10. bis 17., sowie vom 19. bis zum 21. täglich, desweiteren am 26. und 29.) Niederschläge, verbreitet ausschließlich in Form von Regen. Mit einer Monatssumme von 113 mm (anstelle der normalen 124 mm) war der Monat etwas zu trocken, wobei diese Feststellung nicht für das gesamte Stadtgebiet gilt, da am Abend des 26. von Südosten hochreichende Quellbewölkung aufzog, bzw. emporschoß und sich im Kernbereich der Stadt und etwas nördlich, bzw. nordwestlich davon bei nur schwachen Windverhältnissen ein stationärer Gewitterschauer entwickelte, welcher beim Münchner Wetteramt rund 40 mm Niederschlag, teils von leichtem Hagel durchsetzt, abladen konnte, während im Münchner Westen über den ganzen Tag maximal 5 mm Regen zu verzeichnen waren. Die größte Tagesmenge wurde (ansonsten) mit 32 mm am 19. in Form von zwei kräftigen Gewittergüssen erreicht. Weitere 22 mm Regen brachte der 12. (Alpenstau nach Kaltfrontpassage). Interessant ist hier der 7-Tages-Rhythmus der Starkniederschlagsereignisse (12. / 19. / 26.)! Die längste Trockenphase des Monats hatten wir zwischen 22. und 25., also gerade einmal an vier Tagen hintereinander.

Gewittertätigkeit:

Die Anzahl von Tagen mit Gewittern entsprach mit fünf (am 3., um 3.26 Uhr morgens mit einem durch einen "Positivblitz" ausgelösten, gewaltigen Knall, am 11. gegen 21 Uhr, am 19. zwischen 2.30 und 3.15 Uhr, sowie zwischen 22 und 23 Uhr, am 26. zwischen 18 und 20 Uhr aus der seltenen Richtung "Südost" kommend, sowie am 28. ab 22.30 Uhr im Südwesten der Stadt) nicht ganz dem statistischen Sollwert von sechs. Dies ist umso verwunderlicher, da neben einem hohen Maß an Unbeständigkeit oft sommerliche Temperaturverhältnisse und teilweise auch Schwüle vorherrschten. In den Morgenstunden des 6. aufziehende Gewitter über Landsberg und Ingolstadt erreichten München ebensowenig, wie zwei (weitere) Gewitter am 15. (gegen 17 Uhr südlich und gegen 21 Uhr nördlich der Stadt).

Luftdruck:

Die niedrigsten Luftdruckwerte konnten am 7. und 9. mit jeweils 1008 HPa, sowie am 11. und 18. mit dem absoluten Monatsminimum von 1007 HPa gemessen werden, während die höchsten diesbezüglichen Werte am 22. und 23. mit 1027 HPa, am 20. mit 1028 HPa, sowie am 21. mit dem absoluten Maximum von 1030 HPa registriert wurden. Der stärkste Luftdruckfall fand am 11. von 1020 HPa auf 1007 HPa im Vorfeld einer Kaltfront statt, während der kräftigste Anstieg zwischen 18. und 21. rückseitig einer Kaltfront mit nachfolgendem Hochkeil von 1007 auf 1030 HPa beobachtet werden konnte. Zumeist waren die Luftdruckschwankungen bei uns jedoch gering.

Luftfeuchte:

Die relative Luftfeuchte erreichte ihren Maximumwert von 98% gleich an fünf Tagen (1., 20., 21., 23. und 24.), wobei sie am 20. - bedingt durch eine an den Alpen und dem nördlichen Vorland abregnende, schleifende Luftmassengrenze - zu keinem Zeitpunkt unter 86% absinken konnte. Die niedrigsten diesbezüglichen Werte traten am 27. mit 32%, am 9. mit 30%, sowie am 18. mit 22% als dem diesbezüglichen Monatsminimum auf.

Wind:

Der Wind frischte nur an sieben Tagen (am 2., 3., 6., 7., 11., 15. und 19.) stärker auf, dabei wurden am 7. und 19. sieben Beaufort (Schauer- bzw. Gewitterböen) erreicht. Sturmstärke gab es überhaupt nie. Am 1., 2., 4. und 11. waren die Windrichtungen uneinheitlich, am 3., sowie vom 5. bis zum 10. kam der Wind aus Südwest bis West und drehte am 9. zwischenzeitlich auf Süd. Auf Nordwind am 12. folgte zwischen 13. und 19. eine Westwindphase, wobei am 18. tiefdruckvorderseitig vorübergehend Süd- bis Südwestwind auftrat. Wind aus Nord bis Nordwest war am 20. festzustellen, vom 21. bis zum 24. herrschte Ostwind vor, zwischen 25. und 30. dann Südost- bis Südwestwind. Der 31. brachte umlaufenden Wind.

Sonstige Beobachtungen:

Am 9. trat in den frühen Morgenstunden zunächst eine recht gut ausgeprägte Inversion auf (5 Uhr-Temperaturwerte: Hoher Peißenberg +19 Grad C, München-Stadt +15 Grad C, Flughafen München +11 Grad C), am Nachmittag desselben Tages heizte dann auch leichter Föhn mit. Fehlanzeige gibt es hinsichtlich Nebel und Dunst.

Markante Wetterereignisse andernorts im August 2019:

- am 1. und 2., Summit, 3202 m Höhe, Gipfel des grönländischen Eisschildes: Mit +2,7 Grad C am 1., bzw. (korrigierten) +3,6 Grad C am 2. (eine weitere Messung erbrachte zuvor sogar +4,7 Grad C) wurden dort neue Wärmerekorde erreicht. Bislang wurden dort nie zuvor im August mehr, als +0,9 Grad C gemessen. Zwei Vergleichszahlen: Auf dem Summit beträgt das Jahresmittel -28 Grad C, während das absolute grönländische Temperaturminimum bei -65,9 Grad C (gemessen am 09.01.1954) liegt,

- am 9., Luxemburg: Schweres Unwetter, ein Tornado beschädigte in den Orten Petingen und Käerjeng mehr, als 160 Gebäude,

- am 13., New South Wales/Australien: Wintereinbruch mit starken Schneefällen und orkanartigen Sturmböen bis 110 km/h ("Känguruhs springen im Schnee herum"),

- am 26., Madrid/Spanien: Nach Starkregen und Hagel mußte auf fünf Linien der U-Bahn-Betrieb wegen überschwemmter Bahnhöfe eingestellt werden. Kniehoch lagen (kleinkörnige) Hagelmassen im Ort Arganda del Rey,

- am 28. und 29., Lappland, Finnland, Nordnorwegen: Extrem hohe Temperaturen für Ende August am Polarkreis und teils nördlich davon (z.B. Rovaniemi, Tmax. +25,3 Grad C).

Gez. ©Peter Müller, 06.09.2019

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